Studienreise nach Havanna – 14 Tage voller Begegnungen, Kunst und Inspiration
Im Januar und Februar 2026 ging es gemeinsam mit 15 Studierenden der Alice Salomon Hochschule Berlin für 14 Tage nach Havanna. Die Studienreise verband drei Seminare und wurde gemeinsam mit meiner wunderbaren Kollegin Prof. Dr. Johanna Kaiser durchgeführt. Dank der großartigen Zusammenarbeit mit Nerea Moratilla und dem Netzwerk von Johanna vor Ort konnten wir ein unglaublich vielfältiges Programm erleben, das uns tiefe Einblicke in soziale Kulturarbeit, Kunst und gesellschaftliches Engagement in Kuba ermöglichte.
Besonders beeindruckend war die Offenheit, mit der wir überall empfangen wurden. Wir durften Menschen kennenlernen, die mit unglaublich viel Kreativität, Herz und Ausdauer soziale und kulturelle Räume schaffen – oft unter Bedingungen, die für uns kaum vorstellbar sind.
Zu den vielen Highlights gehörten Besuche beim antikolonialen Kulturprojekt Beyond Roots, beim Graffiti-Kollektiv Arte 92, das eindrucksvoll zeigt, wie Kunst den öffentlichen Raum verändern kann, sowie in einem Kinderkrankenhaus und beim inklusiven Musikprojekt im Studio Abdala. Dort wurde einmal mehr deutlich, wie Musik Menschen verbindet und Teilhabe ermöglicht.
Ein besonderes Geschenk war auch die Begegnung mit der Theaterpädagogin Yamilka, die nicht nur einen wunderbaren Workshop mit unserer Gruppe gestaltete, sondern für mich auch zu einer inspirierenden Kollegin geworden ist. Ebenso bewegend war unser Besuch bei AcoCán, wo wir mehr über die kulturelle und soziale Arbeit des Projekts erfahren konnten.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Austausch mit der Fakultät für Soziale Arbeit der Universität Havanna. Gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden diskutierten wir über soziale Kulturarbeit, unterschiedliche Perspektiven und gemeinsame Herausforderungen. Solche Gespräche machen für mich internationale Zusammenarbeit aus: voneinander lernen, Fragen stellen und neue Blickwinkel entdecken.
Ein ganz persönliches Highlight war für mich außerdem die Begegnung mit Ernesto Planas, der mich an die Universidad de las Artes (ISA) mitnahm. Dort durfte ich seinen Unterricht miterleben und spannende Einblicke in die künstlerische Ausbildung und Arbeitsweise der Universität gewinnen. Aus dieser Begegnung ist inzwischen eine enge Zusammenarbeit entstanden, über die ich mich sehr freue.
Sehr bewegt hat mich auch das Treffen mit Namibia Flores Rodríguez. Seit vielen Jahren kämpft sie dafür, dass Frauen in Kuba offiziell boxen dürfen – obwohl Frauenboxen dort lange verboten war. Mit ihrer Beharrlichkeit und ihrem Mut wurde sie zu einem Symbol für Gleichberechtigung im Sport. Ihre Geschichte wurde unter anderem in den Dokumentarfilmen Boxeadora und Too Beautiful: Our Right to Fight erzählt. Sie persönlich kennenzulernen und ihre Geschichte aus erster Hand zu hören, war unglaublich inspirierend.
Neben all den Besuchen und Workshops waren unsere täglichen Reflexionsrunden ein wichtiger Bestandteil der Reise. Hier konnten wir Eindrücke teilen, Erlebtes gemeinsam einordnen und Verbindungen zwischen Theorie und Praxis herstellen. Gerade diese gemeinsamen Gespräche haben die Studienreise für mich besonders gemacht.
Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf diese zwei Wochen zurück – auf die vielen Begegnungen, das gemeinsame Lernen, den offenen Austausch und die neuen Freundschaften. Die Reise hat einmal mehr gezeigt, wie kraftvoll Kunst und soziale Kulturarbeit sein können und wie viel wir voneinander lernen können, wenn wir uns mit Neugier und Offenheit begegnen.
¡Hasta pronto, La Habana!




























